Gewerbliche Verhandlungen 2026: neue AGB-Pflichten und Verpflichtungserklärung

Von Pierre-Louis Roquet, Rechtsanwalt der Rechtsanwaltskammer Lyon | 26 mai 2026 | Lesezeit : 8 min
Dokument der allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Geschäftsverhandlungen zwischen Lieferanten und Distributoren

Die gewerblichen Verhandlungen 2026 stellen einen wichtigen Schritt dar, mit der Unterzeichnung einer neuartigen Verpflichtungserklärung und der Verschärfung der Pflichten im Zusammenhang mit den allgemeinen Verkaufsbedingungen. Analyse der rechtlichen und praktischen Herausforderungen für Unternehmen.

## Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt in den Geschäftsverhandlungen Die gewerblichen Verhandlungen zwischen Lieferanten und Distributoren von Massenkonsumgütern für das Jahr 2026 haben am 1. Dezember begonnen und dauern 3 Monate. Diese Ausgabe zeichnet sich durch die Unterzeichnung einer neuartigen Verpflichtungserklärung und die Verschärfung der Kontrolle über die Einhaltung der Pflichten in Bezug auf die [allgemeinen Verkaufsbedingungen](/fr/blog/clause-hardship-contrats-commerciaux-securite-juridique) aus. Die finanziellen Herausforderungen bleiben für Unternehmen beträchtlich. Bei Nichteinhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Angaben im [Handelsgesetzbuch](/fr/blog/rupture-brutale-relations-commerciales-etablies-l442-1) in den AGB kann eine Verwaltungsstrafe von bis zu 75.000 € für natürliche Personen und 2 Millionen Euro für juristische Personen verhängt werden. Diese Sanktion verdeutlicht die strategische Bedeutung einer rigorosen rechtlichen Vorbereitung. Das angespannte wirtschaftliche Umfeld, geprägt von Schwankungen der Rohstoffkosten und Inflation, verstärkt die Bedeutung einer perfekten Beherrschung des anwendbaren Rechtsrahmens. ## Die Verpflichtungserklärung: ein neuartiger Rahmen zur Beruhigung der Geschäftsbeziehungen Am 19. Januar 2026 fand unter der Ägide der Minister Annie Genevard und Serge Papin das erste Überwachungskomitee für die gewerblichen Verhandlungen statt. Das Treffen erfolgte wenige Wochen nach der Unterzeichnung einer gegenseitigen Verpflichtungserklärung. Diese „neuartige Charta“ konzentriert sich auf 3 Achsen: Förderung eines friedlichen Klimas für alle während der Geschäftsverhandlungen, differenzierte Behandlung von KMU bei Verhandlungen, Wertschätzung frischer Produkte und Einbeziehung in den Informationsprozess über die Herkunft der Produkte. ### Eine spezielle Behandlung für KMU Die Charta sieht eine differenzierte Behandlung von KMU vor, die „nicht oder weniger über die internen Kapazitäten (rechtlich, personell, finanziell) verfügen, die für dreimonatige Verhandlungen erforderlich sind“, und ermutigt die Unternehmen, die Geschäftsverhandlungen mit diesen Lieferanten spätestens am 15. Januar 2026 abzuschließen. Die ersten Rückmeldungen zeigen jedoch Schwierigkeiten bei der Anwendung. Ein weiterer Punkt betrifft die Nichteinhaltung des Datums 15. Januar 2026 für den Abschluss der Vereinbarungen mit KMU. Insbesondere Pact'Alim wies darauf hin, dass die Frist in einer signifikanten Anzahl von Fällen nicht eingehalten wurde.
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## Die verschärften AGB-Pflichten: eine unverzichtbare Rechtsgrundlage Der gesamte Vertrag basiert auf den AGB, die als Grundlage für die Verhandlungen dienen. Der III. desselben Artikels besagt klar, dass diese AGB „die einzige Grundlage der gewerblichen Verhandlungen“ bilden. ### Obligatorischer Inhalt der Allgemeinen Verkaufsbedingungen Die allgemeinen Verkaufsbedingungen sind in Abschnitt I des [Artikels L. 441-1 des Handelsgesetzbuches](/fr/blog/agent-commercial-statut-commission-indemnite-fin-contrat) definiert. Sie müssen obligatorisch enthalten: die Elemente zur Preisbestimmung wie die Preistabelle pro Einheit und eventuelle Preisnachlässe. Das Gesetz schreibt auch die [Zahlungsbedingungen](/fr/blog/affacturage-cession-dailly-financement-creances-entreprises) vor: Sie legen die Zahlungsmodalitäten (Frist, Ausführungsmodalitäten, Zinssatz für Verzugszinsen) gemäß Artikel L441-1 des Handelsgesetzbuches fest. Die Elemente zur Preisbestimmung: Dies umfasst Informationen wie die Preistabelle pro Einheit, eventuelle zusätzliche Kosten (Lieferkosten, Verpackung) und alle anderen Elemente, die zur Berechnung der Gesamtkosten der Transaktion erforderlich sind. ### Zeitplan für die Übermittlung der AGB Ein Lieferant muss seine AGB unbedingt 3 Monate vor dem Stichtag 1. März, also am 1. Dezember, übermitteln. Für Massenkonsumgüter hat der Gesetzgeber einen präzisen Zeitplan für die Übermittlung der AGB festgelegt: Sie müssen vor dem 1. Dezember 2025 übermittelt werden. Diese Verpflichtung geht einher mit einer Antwortfrist für die Distributoren. Es wird präzisiert, dass der Distributor ab dem Empfang der AGB eine angemessene Frist hat, um die Gründe für die Ablehnung dieser oder seine Annahme oder gegebenenfalls die Bestimmungen der AGB, die er verhandeln möchte, schriftlich mitzuteilen. ## Das Sanktionsregime: eine verstärkte Überwachung durch die DGCCRF Die Nichteinhaltung der AGB-Pflichten setzt Unternehmen erheblichen finanziellen Sanktionen aus. ### Verwaltungsstrafen bei Nicht-Mitteilung Die Nichteinhaltung der Pflicht zur Mitteilung der AGB wird nun mit einer Verwaltungsstrafe von 15.000 € für eine natürliche Person und 75.000 € für ein Unternehmen geahndet. Die DGCCRF ist für die Verhängung dieser Strafe zuständig. Der Betrag der Strafe verdoppelt sich bei Wiederholung des Verstoßes innerhalb von zwei Jahren ab dem Datum, an dem die erste Sanktionsentscheidung rechtskräftig wurde. ### Sanktionen bei fehlenden Pflichtangaben Es wird eine Verwaltungsstrafe von maximal 75.000 € für eine natürliche Person und zwei Millionen Euro für eine juristische Person verhängt, wenn der Gewerbetreibende in den Zahlungsbedingungen nicht die Anwendungsbedingungen und den Zinssatz für Verzugszinsen sowie den Betrag der Pauschalentschädigung für Inkassokosten angibt.
**Gut zu wissen:** Die DGCCRF verstärkt ihre Kontrollen. Im Jahr 2026 wurden mehrere Einkaufszentralen mit erheblichen Beträgen sanktioniert: 33,5 Millionen Euro für Eurelec Trading, 5,4 Millionen Euro für Aura Retail. Diese Sanktionen zeigen die Entschlossenheit der Verwaltung und die Bedeutung einer vollständigen Compliance.
## Der Stichtag 1. März 2026: eine Frist unter Beobachtung Stichtag: 1. März 2026. Dieses Jahr fällt der Stichtag auf einen Sonntag. Dieser Umstand hat keine Auswirkungen auf den Zeitplan. Der Stichtag wird von den Aufsichtsbehörden besonders beachtet. So wurde kürzlich Eurelec Trading, die europäische Einkaufszentrale der E. Leclerc-Gruppe, wegen Nichteinhaltung der Pflicht zur Unterzeichnung der Handelsvereinbarungen vor dem Stichtag 1. März sanktioniert. Bereits 2024 wegen ähnlicher Verstöße mit 38 Millionen Euro sanktioniert, wurde die Zentrale erneut mit einer Verwaltungsstrafe von 33,5 Millionen Euro belegt. Gemäß der Rechtsprechung können einfache „Absichtserklärungen“ oder E-Mail-Austausch die formelle Unterzeichnung der Vereinbarung vor Ablauf der gesetzlichen Frist nicht ersetzen. Wenige Tage vor dem gesetzlichen Stichtag 2026 obliegt es den Parteien, die Einhaltung der Frist sicherzustellen. ## Spezifische Pflichten für Lebensmittelprodukte Die EGALIM-Gesetze haben besondere Regeln für Lebensmittelprodukte und solche, die zur Fütterung von Haustieren bestimmt sind, eingeführt. ### Automatische Preisrevisionsklauseln Die Klausel zur automatischen Preisrevision (Artikel L. 443-8 des Handelsgesetzbuches) ist in Vereinbarungen über Lebensmittelprodukte, die landwirtschaftliche Rohstoffe (MPA) enthalten, obligatorisch. Im Rahmen der Geschäftsverhandlungen 2026 ist es wichtig, folgende Punkte zu beachten: Die Aufnahme von Klauseln zur automatischen Revision oder Neuverhandlung des Preises zu prüfen, auch wenn das Gesetz dies nicht vorschreibt; die Formulierung der Klauseln zur automatischen Revision und Neuverhandlung des Preises sorgfältig zu gestalten, indem die Revisionsformeln sowie die Schwellenwerte und Auslösebedingungen präzise definiert werden. ### Zertifizierung durch einen unabhängigen Dritten Die AGB müssen die Einschaltung eines unabhängigen Dritten vorsehen, dessen Kosten der Lieferant trägt. Dieser Dritte ist beauftragt, nach Abschluss der Verhandlung zu bescheinigen, dass diese sich nicht auf den Teil der Preisentwicklung bezogen hat, der aus der Entwicklung des Preises für landwirtschaftliche Rohstoffe resultiert. Diese Zertifizierung wird innerhalb eines Monats nach Vertragsabschluss vorgelegt.
**Produkttyp** **Spezifische Pflicht** **Sanktion**
Lebensmittel mit MPA Obligatorische automatische Revisionsklausel Verwaltungsstrafe bis zu 375.000 €
Alle PGC-Produkte Übermittlung der AGB vor dem 1. Dezember Verwaltungsstrafe bis zu 75.000 €
Vertrag nach dem 1. März unterzeichnet Sanktion bei Nichteinhaltung der Frist Mehrere Millionen Euro Bußgeld
## Praktische Tipps zur Sicherung Ihrer Verhandlungen 2026 Die Vorbereitung von Geschäftsverhandlungen erfordert einen methodischen Ansatz, um rechtliche und finanzielle Fallstricke zu vermeiden. ### Präventive AGB-Prüfung Unternehmen müssen ihre allgemeinen Verkaufsbedingungen vor deren Übermittlung einer umfassenden Prüfung unterziehen. Diese Prüfung muss Folgendes überprüfen: - Das Vorhandensein aller obligatorischen gesetzlichen Angaben - Die Kohärenz der Preistabellen - Die Anpassung an die sektorspezifischen Besonderheiten - Die Konformität mit den EGALIM-Bestimmungen für Lebensmittelprodukte ### Differenzierte Verhandlungsstrategie Die kategoriebezogenen Bedingungen ermöglichen es, den allgemeinen Rahmen an Kundengruppen anzupassen, die ähnliche kommerzielle Merkmale aufweisen (z. B. Großhändler, E-Commerce, Spezialisten, GMS, international usw.). Diese kategoriebezogenen Verkaufsbedingungen ermöglichen es, die spezifischen wirtschaftlichen oder logistischen Besonderheiten jeder Kundengruppe zu berücksichtigen. KMU können im Rahmen der Verpflichtungserklärung eine spezifische Behandlung erhalten, auch wenn deren tatsächliche Anwendung noch verbesserungswürdig ist. ### Dokumentation und Rückverfolgbarkeit Sobald ein Schreiben der DGCCRF, DDPP oder DREETS eingeht, müssen die Beweise gesichert werden, bevor die Website oder die Prozesse geändert werden. Wenn die Verwaltung eine schnelle Korrektur verlangt, muss dokumentiert werden, was wann, von wem, auf welchem Medium, mit Screenshots, Exporten, neuen Anrufskripten, neuen AGB oder Entzugsbestätigungen geschehen ist. ## Verwandte Artikel - [Hardship-Klausel: Verträge gegen Wirtschaftskrisen absichern](/fr/blog/clause-hardship-contrats-commerciaux-securite-juridique) - [Brutaler Abbruch etablierter Geschäftsbeziehungen: Beherrschen der Regeln von L442-1](/fr/blog/rupture-brutale-relations-commerciales-etablies-l442-1) - [Handelsvertreter: Status, Provisionen und Abfindungen am Vertragsende](/fr/blog/agent-commercial-statut-commission-indemnite-fin-contrat) ## Das Wichtigste in Kürze • Die Verpflichtungserklärung 2026 sieht eine differenzierte Behandlung für KMU mit einer Frist bis zum 15. Januar vor, deren Einhaltung jedoch noch unzureichend ist • Die AGB bilden die einzige Grundlage der Verhandlungen und müssen für Massenkonsumgüter vor dem 1. Dezember übermittelt werden • Die Sanktionen wurden erheblich verschärft: bis zu 2 Millionen Euro Verwaltungsstrafe für juristische Personen • Der Stichtag 1. März 2026 unterliegt einer strengen Kontrolle durch die DGCCRF mit Bußgeldern von mehreren zehn Millionen Euro • Lebensmittelprodukte unterliegen spezifischen Pflichten (automatische Revisionsklauseln, Zertifizierung durch einen unabhängigen Dritten) ### Welche neuen AGB-Pflichten gelten für die Geschäftsverhandlungen 2026? Die AGB-Pflichten 2026 bleiben im Wesentlichen gleich wie in den Vorjahren, aber ihre Kontrolle wird verstärkt. Die allgemeinen Verkaufsbedingungen müssen obligatorisch die Zahlungsbedingungen und die Elemente zur Preisbestimmung wie die Preistabelle pro Einheit und eventuelle Preisnachlässe enthalten. Die Neuerung besteht in der Intensivierung der Kontrollen durch die DGCCRF und der Anwendung der Verpflichtungserklärung, die eine spezifische Behandlung für KMU vorsieht. ### Wie hoch sind die Sanktionen für nicht konforme AGB? Bei Nichteinhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Angaben im Handelsgesetzbuch in den AGB kann eine Verwaltungsstrafe von bis zu 75.000 € für natürliche Personen und 2 Millionen Euro für juristische Personen verhängt werden. Diese Beträge können bei Wiederholung innerhalb von zwei Jahren nach der ersten Sanktion verdoppelt werden. Die Bußgelder für die Nichteinhaltung des Stichtags können mehrere zehn Millionen Euro erreichen, wie die jüngsten Sanktionen gegen Einkaufszentralen zeigen. ### Wie wirkt sich die Verpflichtungserklärung 2026 auf KMU aus? Für KMU ist eine besondere Behandlung vorgesehen, um ihre Teilnahme zu erleichtern. Die betroffenen KMU müssen ihre Gespräche vor dem 15. Januar 2026 abschließen, d.h. mehr als sechs Wochen vor dem üblichen Termin. Es wurde jedoch festgestellt, dass der Termin 15. Januar 2026 für den Abschluss der Vereinbarungen mit KMU nicht eingehalten wurde, wobei Pact'Alim darauf hinwies, dass die Frist in einer signifikanten Anzahl von Fällen nicht erreicht wurde. ### Ist der Stichtag 1. März 2026 variabel? Mehrere Stimmen fordern eine Änderung dieser Frist. Die Empfehlung Nr. 16 des Berichts des Untersuchungsausschusses des Senats über die Margen von Industrie und Großhandel, veröffentlicht am 21. Mai 2026, sieht vor, „den 15. Januar als Stichtag für die Unterzeichnung von Verträgen nur für KMU, die Distributoren beliefern, festzulegen“. Bis heute wurde jedoch keine Reform beschlossen. Das Schweigen des Entwurfs eines Eilgesetzes zum Schutz und zur Souveränität der Landwirtschaft in diesem Punkt, obwohl das Thema im Mittelpunkt der aktuellen Debatten der Sektoren steht, ist selbst ein Hinweis auf eine politische Schwierigkeit, eine Entscheidung zu treffen. ### Welche Besonderheiten gelten für Lebensmittelprodukte im Jahr 2026? Lebensmittelprodukte, die landwirtschaftliche Rohstoffe enthalten, unterliegen verstärkten Verpflichtungen. Die Klausel zur automatischen Preisrevision (Artikel L. 443-8 des Handelsgesetzbuches) ist in Vereinbarungen über Lebensmittelprodukte, die MPA enthalten, obligatorisch. Darüber hinaus müssen die AGB die Einschaltung eines unabhängigen Dritten vorsehen, dessen Kosten der Lieferant trägt. Dieser Dritte ist beauftragt, nach Abschluss der Verhandlung zu bescheinigen, dass diese sich nicht auf den Teil der Preisentwicklung bezogen hat, der aus der Entwicklung des Preises für landwirtschaftliche Rohstoffe resultiert. Diese Zertifizierung wird innerhalb eines Monats nach Vertragsabschluss vorgelegt.
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